Ich bin Melanie, Bürgerin aus Erfurt. Hier stehe ich nur für mich, als Privatperson, ohne Partei und ohne Verein.
Meine größte Sorge ist, dass dieser Krieg weiter eskaliert, sich verselbstständigt und Deutschland mit hineinzieht. Seit dem russischen Angriff im Februar 2022 sterben jeden Tag Menschen, und eine Lösung ist nicht in Sicht. Ich bin weder für Russland noch für die Ukraine. Ich bin einfach nur pro Frieden.
Die nächste Bundestagswahl ist erst Anfang 2029. Deshalb nutze ich das zweite Werkzeug, das uns die Demokratie gibt: die Versammlung. Ich bin nicht extrem, weder links noch rechts. Und ich lade dich ein, mitzugehen: friedlich, gewaltfrei, in Weiß.
Melanie Thurm, Initiatorin #agendafrieden
„Mit denen kann man nicht reden“ – das wurde schon oft gesagt. Die Geschichte zeigt: Selbst erbitterte Gegner haben Kriege und Krisen am Verhandlungstisch beendet.
- 1955ÖsterreichNach zehn Jahren Besatzung verhandelt Österreich mit den vier Siegermächten, auch mit Moskau, den Abzug aller Truppen. Gegenleistung: dauerhafte Neutralität. Sie hält bis heute.
- 1962KubakriseDie USA und die Sowjetunion stehen kurz vor einem Atomkrieg. Geheime Gespräche lösen die Krise in 13 Tagen. Danach folgen das „rote Telefon“ und erste Abrüstungsverträge.
- 1979Ägypten und IsraelNach vier Kriegen schließen die Erzfeinde Frieden. Er hält seit über 45 Jahren.
- 1992MosambikEin 16-jähriger Bürgerkrieg endet durch Verhandlungen. Vermittelt hat keine Regierung, sondern eine Gemeinschaft engagierter Bürger:innen.
- 1998NordirlandDas Karfreitagsabkommen beendet 30 Jahre Gewalt. Der Frieden hält bis heute.
- 1998Ecuador und PeruEin jahrzehntelanger Grenzkrieg wird mit Hilfe von Garantiemächten endgültig beigelegt.
- 2005Aceh, Indonesien30 Jahre Konflikt enden durch Vermittlung des finnischen Ex-Präsidenten Martti Ahtisaari. Er erhält dafür den Friedensnobelpreis.
Fast all diese Abkommen kamen zustande, als keine Seite mehr militärisch gewinnen konnte. Genau so ist die Lage heute in der Ukraine. Und auch jetzt funktionieren Gespräche bereits im Kleinen: Russland und die Ukraine haben bis April 2026 über 70 Gefangenenaustausche vereinbart.
Jeder Krieg endet irgendwann am Tisch. Die Frage ist nur, wann – und nach wie vielen Toten.
Jeden Sonntag um 15 Uhr treffen wir uns auf dem Domplatz und gehen gemeinsam diese Strecke:
- DomplatzTreffpunkt, hier ist Platz für alle
- Fischmarktvorbei am Rathaus
- Staatskanzlei
- Thüringer LandtagZiel und Ende
Wir gehen auf den Gehwegen und blockieren niemanden. Es gibt keine Reden, aber Musik, Gesang und Instrumente sind willkommen. Trag Weiß oder bring eine weiße Fahne mit.
Warum alles in Weiß?
Weiß steht für Frieden, Neutralität und Klarheit. Keine Parteien. Keine anderen Fahnen. Keine anderen Themen. Einfach nur pro Frieden.
Warum sonntags um 15 Uhr?
Am Sonntag haben die meisten Menschen frei, es ist der Tag für Familien. Am Nachmittag kommt niemandem der Familienalltag in die Quere. So kann jede und jeder mitlaufen.
Alle Bürger:innen sind eingeladen, mit uns zu gehen. Damit #agendafrieden bleibt, was es ist, gelten für alle diese Regeln:
- Ein Thema. Diplomatie statt Waffen im Ukraine-Krieg. Andere Themen bleiben zu Hause, egal wie wichtig sie sind.
- Überparteilich. Wir sind Bürger:innen, keine Partei. Keine Parteiwerbung, keine Infostände, keine Flyer von Parteien oder Organisationen.
- Nur Weiß. Erlaubt sind die weiße Friedensfahne, weiße Kleidung und die offiziellen Schilder von #agendafrieden. Keine anderen Fahnen, Symbole, Transparente oder eigenen Schilder. Schilder gibt es am Treffpunkt und hier zum Download.
- Keine Reden, aber Stimme. Es gibt keine Redebeiträge. Sprechchöre, Musik und Instrumente sind willkommen, solange sie zum Thema Frieden passen. Keine Parolen gegen Menschen, Parteien oder Länder.
- Gewaltfrei. In Wort und Tat, ohne Ausnahme. Wir lassen uns nicht provozieren, auch nicht von Gegenprotest.
- Rücksichtsvoll. Wir gehen auf den Gehwegen und blockieren niemanden. Straßenbahn und Verkehr fahren weiter. Platz für Kinderwagen und Rollstühle.
- Einfach nur pro Frieden. Seit dem russischen Angriff am 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Wir sind weder für Russland noch für die Ukraine. Wir stehen auf der Seite der Menschen, die in diesem Krieg sterben. Wir streiten nicht über die Vorgeschichte, sondern schauen nach vorn: Deutschland soll vermitteln und sich für eine diplomatische Lösung einsetzen.
- Respektvoll. Unsere Regierung ist demokratisch gewählt. Keine Hetze, keine Verschwörungserzählungen, keine Abwertung von Menschen, egal welcher Herkunft.
- Gemeinsam sicher. Wir folgen den Hinweisen der Ordner:innen (weiße Armbinde) und der Polizei.
- Online genauso. Wer unter #agendafrieden postet, hält sich an diese Regeln. Keine Parteiinhalte, Zahlen und Zitate nur mit Quelle.
Wer sich nicht daran hält
wird von unseren Ordner:innen freundlich angesprochen. Wer trotzdem Fahnen, Symbole oder Parteibotschaften zeigt, wird ausgeschlossen. Kommt es dennoch zu Vorfällen, distanzieren wir uns öffentlich.
#agendafrieden in deiner Stadt?
Gern! Jede Stadt braucht eine eigene Anmeldung bei der Versammlungsbehörde und eine eigene Versammlungsleitung vor Ort. Wer diesen Kodex öffentlich übernimmt, kann sich bei uns melden: info@agendafrieden.de
Mitmach-Kodex als PDF herunterladenDas sind die offiziellen Schilder von #agendafrieden. Am besten in A3 ausdrucken, auf Pappe kleben, fertig. Am Treffpunkt liegen auch Schilder bereit.
#agendafrieden: Erfurter Bürger:innen gehen jeden Sonntag für Diplomatie im Ukraine-Krieg auf die Straße
Überparteiliche Initiative ruft Deutschland zur Vermittlerrolle auf
Jeden Sonntag um 15 Uhr gehen Erfurter Bürger:innen gemeinsam vom Domplatz zum Thüringer Landtag. Die Initiative #agendafrieden fordert die Bundesregierung auf, sich mit voller Kraft für eine diplomatische Lösung im Ukraine-Krieg einzusetzen und eine aktive Rolle als Vermittler zu übernehmen. Die Initiative ist überparteilich und wird ausschließlich von Bürger:innen getragen.
Seit dem russischen Angriff am 24. Februar 2022 dauert der Krieg in der Ukraine an, inzwischen über viereinhalb Jahre. Ein militärischer Durchbruch ist nicht in Sicht. Gleichzeitig verschärft sich die Rhetorik zwischen Berlin und Moskau, und das Risiko einer weiteren Eskalation wächst.
„Meine größte Sorge ist, dass dieser Krieg sich verselbstständigt und Deutschland mit hineinzieht“, sagt Initiatorin Melanie Thurm. „Deshalb wollen wir, dass jetzt geredet wird, nicht erst, wenn es zu spät ist. Wir sind weder für Russland noch für die Ukraine. Wir sind einfach nur pro Frieden.“
Deutschland habe als größter europäischer Unterstützer der Ukraine besonderes Gewicht, so die Initiative. Dieses Gewicht solle es stärker am Verhandlungstisch einsetzen und gemeinsam mit Partnern ein Bündnis für Gespräche schmieden. Auch für die mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine, die in Deutschland Schutz gefunden haben, würde ein Frieden eine echte Wahl bedeuten.
Die Teilnehmenden tragen Weiß, einzig erlaubt sind die weiße Friedensfahne und die Schilder der Initiative. Parteifahnen, Symbole und andere Themen sind ausgeschlossen, Redebeiträge gibt es nicht. Der Zug nutzt die Gehwege, um den Verkehr nicht zu behindern. „Frieden gehört nicht den Rändern“, so Thurm. „Bei uns hat niemand das Wort, nur die weiße Fahne.“
Pressekontakt: Melanie Thurm, Initiatorin #agendafrieden · E-Mail: info@agendafrieden.de